Mi., 11.11.2009, 19:30 Uhr
Vom Nachleben Ovids im Mittelalter
Vortrag von Prof. Dr. Peter Orth, Universität Köln
Trotz seines nicht ganz einwandfreien Rufes war Ovid seit dem späten 11. Jh. einer der beliebtesten Klassiker, und mit gutem Grund gilt das Hochmittelalter als die "aetas Ovidiana" der lateinischen Literatur im Mittelalter. Gerade die Liebesdichtung bot Stoff und Anregung für Nachdichtungen und Adaptionen, provozierte die Zuschreibung neuer Werke an den "tenerorum lusor amorum". Aber auch Person und Exilschicksal des Dichters selbst reizten mittelalterliche Autoren zur Identifikation und poetischen Standortbestimmung.
Der Vortrag wird der Ovid-Rezeption im Mittelalter nachspüren und nach Grundzügen der Wahrnehmung Ovids bis in die Neuzeit fragen.
Mi., 25.11.2009, 19:30 Uhr
Die Schöne und der Stier. - Zum antiken Ursprung des Begriffs "Europa".
Vortrag von Prof. Dr. Bernd Manuwald, Universität Köln
Ist Europa eine Tochter des erdumströmenden Okeanos? Handelt es sich um die Bezeichnung einer Landschaft in Mittelgriechenland? Ist es der Name der schönen phönizischen Königstochter Europa, in die sich nach dem griechischen Mythos Göttervater Zeus, verliebte und sie - in einen Stier verwandelt - nach Kreta brachte?
Als Bezeichnug für den Kontinent wurde Europa jedenfalls schon in der Antike verwendet, und es gab eine Vorstellung davon, was das Gemeinsame der Europäer sei. Da dafür vor allem der Unterschied zu Asien wichtig war, ist der antike Begriff von Europa von unserer heutigen politischen Diskussion gar nicht so weit entfernt. Der Vortrag wird dazu beitragen, die Ursprünge dieser Diskussion zu verstehen. Gleichzeitig wird man die schöne Europa und ihre Familie näher kennen lernen und einige ihrer Darstellungen sehen können.
Sa., 23.01.2010
Exkursion nach Mannheim: Alexander der Große und die Öffnung der Welt.
Besuch der Ausstellung im Stammhaus (Zeughaus) der Reiss-Engelhorn-Museen (C5; 68159 Mannheim). Treffpunkt: 13.00 Uhr im Foyer an der Kasse.
Anmeldung bei Riefert (0261 2935478) oder Dams (06742 938316).
Mi., 10.02.2010, 19:30 Uhr
Antikes und modernes Frauenbild: Die Medea des Euripides.
Vortrag von Prof. Dr. Jochen Althoff, Universität Mainz
Die schreckliche Tötung der eigenen Kinder durch die Mutter, die Euripides in seiner Tragödie Medea von 431 v. Chr. darstellt, hat bis heute Zuschauer und Leser immer wieder stark bewegt. Der Vortrag will Inhalt und Aufbau des Stückes detailliert vorstellen und verschieden Fragen, die mit der Deutung verbunden sind, diskutieren. Dabei soll vor allem die reale Situation der Frau im klassischen Athen mit einbezogen werden, vor deren Hintergrund die außergewöhnliche Protagonistin agiert. Vergleiche mit dem modernen Verständnis von der Rolle der Frau und Mutter bieten sich auf Schritt und Tritt an und sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Ein Blick auf moderne Fälle von Kindestötungen soll das Bild abrunden.
Mi., 24.02.2010, 19:30 Uhr
Römische Eisenverhüttung in der Eifel
Vortrag von Dr. Hubertus Ritzdorf, Koblenz
Lange bevor im Ruhrgebiet der erste Hochofen stand, war die Eifel ein Kerngebiet der mitteleuropäischen Eisenindustrie. Die Römer waren mit Sicherheit nicht die ersten, die das hier anstehende Eisenerz mit lokal produzierter Holzkohle zu Eisen und Stahl verarbeiteten. Aber ihre Hinterlassenschaften geben ein eindrucksvolles Bild vom Leben und der Arbeit der antiken Hüttenleute.
Kontaktadressen:
Eichendorff-Gymnasium Koblenz
Friedrich-Ebert-Ring 26
56068 Koblenz
Tel. 0261/915940
R. Riefert, Ravensteynstr. 51, 56076 Koblenz, Tel.: 0261/2935478
A. Dams-Rudersdorf, Mainzer Str. 21, 56154 Boppard, Tel.: 06742/938316
