AktuellesInformationenSchuleUnterrichtUNESCOInterner Bereich Koblenz, den  01.08.2010 

Sie befinden sich hier:  Unterricht / Mathematik ohne Grenzen / Charakter des Wettbewerbs / 


 

 

 

 

 

 

Mathematik ohne Grenzen

 

Ein Klasse(n) - Wettbewerb

 

 

 

 


Eine kurze Historie
Der organisatorische Aufbau
Das Besondere des Wettbewerbs


Eine kurze Historie

Der Wettbewerb Mathématiques sans Frontières (der eigentliche Name von Mathematik ohne Grenzen) wurde 1989 von französischen Schulaufsichtsbeamten der Académie de Strasbourg konzipiert und begann im Schuljahr 1998 / 90 in den Regionen Nord- und Oberelsaß. Schon 1 Jahr später nahm aufgrund persönlicher Kontakte zwischen den Schulleitern des Collège in Wissembourg (Herrn Biancard) und dem Leiter des Dahner Gymnasiums (Herrn Killian) eine pfälzische Schule an dem Wettbewerb teil, wobei zuvor organisatorische Probleme zu klären waren beispielsweise bezüglich der teilnehmenden Jahrgangsstufen (unterschiedliche Lehrpläne) oder bezüglich des Wettbewerbstags (verschiedene Feier- und Ferientage). Somit war der Wettbewerb schon im 2. Jahr grenzüberschreitend, sowohl hinsichtlich der teilnehmenden Schulen, als auch der Organisatoren.

 

Durch persönliche Kontakte, Schulpartnerschaften oder einfach durch Lehrerinnen und Lehrer, die die Schule wechselten und den Wettbewerb in ihre neue Schule integrierten, wuchs der Teilnehmerkreis rapide:

 

Waren es zu Anfang im Elsaß 87 Klassen mit 2400 Schülern, sind es zur Zeit (knapp 20 Jahre später) etwa 160 000 Schülerinnen und Schüler verteilt auf ca. 7500 Klassen bzw. Kurse weltweit:

ob von Griechenland bis Schweden in Europa, ob China in Asien, ob Ägypten, Tunesien, Madagaskar in Afrika oder schließlich Kanada und USA in Amerika, überall stellen sich Schülerinnen und Schüler am selben Tag den Aufgaben des Wettbewerbs Mathematik ohne Grenzen - fast ohne Grenzen, denn Australien fehlt als letzter Kontinent.

 


Der organisatorische Aufbau

 

Bei dieser weltweiten Verbreitung kann die Organisation natürlich nicht mehr nur von den Kernregionen Elsaß und Pfalz getragen werden. Die Zentrale des Wettbewerbs jedoch ist weiterhin die Académie de Strasbourg. Sie erstellt die Aufgaben sowohl für den Probedurchlauf als auch die des eigentlichen Wettbewerbs; weiterhin initiiert sie die Übersetzungen in die jeweiligen Landessprachen , gibt die Wettbewerbsregeln vor und dergleichen mehr.

 

Die zweite Ebene bilden die regionalen Wettbewerbsschulen, die jeweils in ihrer Region die Exekutive übernehmen:

sie erhalten die Aufgaben von der Académie und verschicken diese an die teilnehmenden Schulen. Der regionale Wettbewerbsleiter organisiert die Durchführung des Korrekturtags und der Siegerehrung; zudem verwaltet er die Spenden für die Preise. Seit 2008, dem Jahr der Mathematik, ist die Leitung der Region Koblenz am Eichendorff - Gymnasium.

 


Das Besondere des Wettbewerbs

 

Angesichts von Känguru, Mathematikolympiade und dergleichen stellt sich die Frage, ob es sich für eine Schule lohnt, einen weiteren Wettbewerb zu installieren, wodurch zusätzliche Störungen des Schulalltags zu erwarten sind. Die Frage könnte jedoch auch lauten: Was macht Mathématiques sans Frontières so erfolgreich? Was ist das Besondere des Kontests?

 

Das Besondere ist zuvorderst die Adressatengruppe. Nicht das spezialbegabte Mathematikgenie, das als Einzelkämpfer(in) im stillen Kämmerlein vor sich hinmathematisiert, steht im Fokus des Tests, sondern die Gesamtheit einer Lerngruppe mit all ihren Vorzügen und Schwächen ist gefordert. Um bei dem Wettkampf erfolgreich zu sein, muß die Gruppe sich zuerst einmal selbst organisieren: "Wie viele Teilgruppen bilden wir, welche Teilgruppe übernimmt welche Aufgabe?" , sind somit meist die ersten Fragen, die geklärt werden müssen. Außergewöhnlich ist auch, dass die Einführungsaufgabe in einer Fremdsprache (bei uns: französisch, englisch, italienisch, spanisch) verfaßt ist und in einer der vier Fremdsprachen (mit einer vorgegebenen Mindestanzahl von Worten) beantwortet werden muß. Schließlich sind auch die Aufgaben selbst anders als in den meisten Mathematiktests: die möglichst in einen Kontext eingebundenen Probleme fordern der Klasse / dem Kurs ein breites Spektrum an Fertigkeiten und Fähigkeiten ab: lassen sich einige der Aufgaben mittels Zeichnen und Basteln auf enaktiver Ebene lösen, benötigen andere den "gesunden Menschenverstand" und Gedult beim Probieren, während wiederum andere gute Kenntnisse und Fertigkeiten der (Schul-) Mathematik verlangen.

 

Es folgt:

MoG erfordert die Fähigkeit zur Teambildung und zur Teamarbeit; das ist das Gebiet des Organisationstalents. Klar, dass die sprachlich Begabten (ein Talent, das oft nicht mit Mathematik korreliert) das Übersetzen übernehmen. BastlerInnen und TechnikerInnen lösen die praktischen Aufgaben. Jede und jeder kann und muß sich also einbringen, je nach Können und Fähigkeit, auch und gerade diejenigen Schülerinnen und Schüler, die der Mathematik eher mit gemischten Gefühlen begegnen. Allerdings ist es für eine Klasse / einen Kurs schon ein Vorteil, wenn sie wenigstens ein paar Mathematiktalente in ihren Reihen hat.

 

Zusammengefasst:

die Zielgruppe des Kontests ist nicht eingeschränkt auf einige Matheasse, sondern angesprochen werden alle Schülerinnen und Schüler. In diesem Sinne ist

 

MATHEMATIK SANS FRONTIERES ein Klasse(n) - Wettbewerb ohne Grenzen.